Autorin: Anne Lück
Verlag: Knaur
Seitenzahl: 400 Seiten
Zeitraum: 07.09. - 10.09.
Bewertung: 4 Sterne
Band 1 von 2
Inhalt:
Samira hat keine Zeit für die Liebe: Neben ihrem Job auf der Kinder-Palliativstation des Berliner St.-Alex-Krankenhauses hat sie alle Hände voll damit zu tun, sich um ihre drei jüngeren Brüder zu kümmern. Ihre Mutter ist dazu offenbar nicht in der Lage. Deshalb übernimmt Sami auch so oft wie möglich Nachtschichten, um tagsüber für ihre Familie da zu sein.
Der junge Arzt Louis hingegen zieht nach einem späten Feierabend gern noch durch die Berliner Clubs. Jemand wie er passt überhaupt nicht in Samis Leben, findet sie. Aber dann kommen die beiden bei einer gemeinsamen Nachtschicht dem seltsamen Fall einer jungen Patientin auf die Spur – und einander näher …
Meine Meinung:
Ich habe vorher noch kein Buch von Anne Lück gelesen, doch hat mich alles an „Nachtleuchten“ direkt angesprochen, weshalb ich mich sehr auf die Geschichte, die Charaktere und das St. Alex gefreut habe und mich einfach überraschen lassen wollte.
Der Schreibstil von Anne Lück konnte mich schnell überzeugen, er liest sich super entspannt und locker und habe ich mich Sami und dem ganzen Geschehen sehr schnell nah gefühlt. Auch hat sie viele schöne und unterhaltsame Gespräche geschrieben, die ganz viel Leben für die Charaktere und die Handlung mit sich gebracht haben. Auch die Emotionen kamen auf keinen Fall zu kurz, genauso wenig wie ein toller Humor und viel Leichtigkeit, weshalb ich sehr schnell vorangekommen bin. Das St. Alex war ein spannendes Setting, das durch die Beschreibungen, die Charaktere, die dort so viel Zeit verbringen und besonders Samis Gefühle bei ihrer Arbeit lebendig wurde. Denn obwohl es ein Krankenhaus ist und Samis Arbeit auf der Palliativstation viel Traurigkeit mit sich bringt, so gab es doch auch viel Schönes und Positives an diesem Ort, was ich toll fand.
Sami ist eine super selbstständige und verantwortungsbewusste junge Frau, die quasi die Mutterrolle für ihre Brüder übernommen hat. So ist sie nochmal schneller erwachsen geworden, arbeitet sehr viel und gönnt sich selbst wenig Freiheit, um ihren Brüdern das bestmögliche Leben zu geben und für sie da zu sein. Doch ist sie nicht nur total fleißig, sondern auch sehr einfühlsam, was gut zu ihrem Beruf als Krankenschwester passt. Ich fand die Momente, die sie mit Patient:innen verbracht hat, immer super schön, da spürbar war, wie viel ihr daran liegt. Und manchmal quellen Samis Gefühle und der Stress auch über und die Situation wächst ihr über den Kopf. Sie hat Angst vor Zurückweisung, möchte niemanden die Herausforderungen ihres Lebens zur Last legen, obwohl sie diese selbst so tapfer trägt und immer ihr Bestes gibt.
Auch Louis, den Sami erst als harsch und uneinfühlsam einschätzt und denkt, dass er seinen Job nicht ernst nimmt, war mir auch echt sympathisch. Er lebt sein Leben und versucht seinen Weg zu finden, damit es auch mit Einflüssen von Außen immer seiner bleibt. Trotz seiner lockeren und entspannten Art hat auch er seine Probleme und familiären Konflikte, die er ausfechten muss. Doch ist Louis sehr liebevoll und leidenschaftlich, wenn ihm etwas wichtig ist. Ich mochte seine Entwicklung wirklich gerne, da er immer mehr von sich zeigt und sich beweist.
Sehr gerne gewonnen habe ich auch Samis ältesten kleinen Bruder Fynn, der so einige Weise Sachen gesagt und auch ein wenig seine Geschichte erzählt hat, genau wie auch Tessa, auf deren Geschichte ich mich schon sehr freue.
Die Geschichte hat es mir von Beginn an sehr leicht gemacht, mich darin fallen zu lassen und hat einige Facetten zu bieten. Die Entwicklungen im Krankenhaus, die Story um eine Patientin und die familiären Probleme haben eine schöne Abwechslung und auch Spannung mit sich gebracht. In Kombi mit der Liebesgeschichte ist so ein sehr gutes Gleichgewicht entstanden, sodass nichts wirklich zu kurz kam. Es gab ein paar schöne Freundschaften, über die ich gerne noch mehr erfahren hätte, und lebendige Gespräche, die dazu beigetragen haben, dass ich die Geschichte wirklich erlebt und gefühlt und nicht nur erzählt bekommen habe. Die Liebesgeschichte selbst fand ich ganz süß, doch hat mir irgendwie der wirkliche Funke gefehlt. Für mich hat sich die Beziehung von Sami und Louis mehr rein freundschaftlich als wirklich romantisch angefühlt. Dass die beiden gut harmonieren, war aber sehr spürbar und habe ich sie so gerne begleitet. Das Drama war schon vorhersehbar, aber gut umgesetzt und gelöst, weshalb es sich auch leicht und passend gelesen hat. Auch das Ende hat mir gut gefallen und freue ich mich schon auf den zweiten Teil.
Fazit: „Nachtleuchten“ konnte mich mit einem total schönen Schreibstil, einem besonderen Setting, in dem es sowohl Negatives, als auch Positives zu finden gibt, sympathischen Protagonisten mit tollen Entwicklungen und einer abwechslungsreichen Story verzaubern. Die Liebesgeschichte war süß, der richtige Funke konnte aber nicht überspringen, doch freue ich mich sehr auf Tessas Story.
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.

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