Freitag, 11. Juni 2021

Backstage in Seattle

 



Autorin: Mina Mart

Verlag: mtb 

Seitenzahl: 576 Seiten

Zeitraum: 05.06. - 11.06.

Bewertung: 3 Sterne

Band 1 von 2



Inhalt

Ein Blick in seine Augen genügt, um ihm komplett zu verfallen. Als Eliza den aufstrebenden Rockstar Finn in der Collegebar trifft, vergisst sie alles um sich herum und folgt ihm backstage. Zwischen beiden entwickelt sich eine heiße Affäre, die nur einer Regel folgt: Wahre Liebe existiert nicht. Doch jeder Kuss, jede Berührung bringt diesen Entschluss ins Wanken. Bis Eliza erfährt, dass der faszinierende Sänger Finn vor einer düsteren Vergangenheit davonläuft …


Meine Meinung:

Da ich die Bücher der Autorin bis jetzt super gerne mochte, war ich wirklich neugierig, was mich in „Backstage in Seattle“ erwarten würde, da es ja auch der Debütroman war. Das Buch konnte mich schon überzeugen und war wirklich schön und unterhaltsam zu lesen, ist aber im Gegensatz zu ihren anderen Büchern kein Must-Read für mich. 

 

Ich bin gut in die Geschichte reingekommen und konnte mich Mina Mart mit ihrem Schreibstil gut mitnehmen und schnell durch die Seiten tragen. Er hat sich wirklich sehr angenehm gelesen, sodass ich meist auch schnell vorangekommen bin, konnte die Emotionen an vielen Stellen gut übermitteln und war vor allem auch sehr bildlich. Manchmal wurde mir fast ein wenig zu viel beschreiben und der Fokus auf eher unwichtige Dinge gelegt und war schon auch spürbar, dass sich der Schreibstil in ihren neuen Büchern viel weiterentwickelt hat, doch konnte ich insgesamt echt gut in die Geschichte eintauchen. 

 

Eliza war mir echt schnell sympathisch, sie ist eine sehr selbstbewusste und direkte junge Frau, die sich nichts so schnell sagen lässt und auch immer eine schlagfertige Antwort parat hat. Allerdings waren ihre Handlungen und ihr ganzes Verhalten für mich nicht so ganz nachvollziehbar und gegensätzlich, in einem Moment hat sie auf ihrer Meinung beharrt, nur um dann kurz darauf doch wieder davon abzulassen. Zudem war ihr Verhalten dadurch teils echt ein wenig kindisch und nervenaufreibend, insgesamt mochte ich sie aber immer noch wirklich gerne. 

Finn war da mit seiner verschlossenen, teils echt unfreundlichen und abweisenden Art etwas schwieriger. Zwar konnte ich ihn besser verstehen, als man mehr über ihn und seine Vergangenheit erfahren hat, aber gerechtfertigt und erklärt hat das sein Verhalten besonders gegenüber Eliza noch lange nicht. Dennoch hatte er auch seine guten Charaktereigenschaften, die ihn auf seine Art wirklich liebenswert gemacht haben, und mochte ich auch seine kleine Entwicklung und dass er sich öffnen konnte, sehr gerne. 

So waren mir die beiden an sich meistens sehr sympathisch, aber konnte ich durch die widersprüchlichen Handlungen einfach keine so gute Bindung zu ihnen aufbauen. 

Die Nebencharaktere waren größtenteils auch echt cool, ich fand es schön, immer auch ein bisschen über sie und ihre Geschichte mitzubekommen, doch hätte ich mir bei ihnen ein wenig mehr Tiefe gewünscht. 

 

Die Liebesgeschichte mochte ich anfangs eigentlich richtig gerne. Eliza und Finn kommen sich schnell näher, doch war die Anziehung zwischen ihnen auch spürbar und so die Entwicklung anfangs auch wirklich nachvollziehbar. Im Laufe der Story ist sie für mich aber immer schwächer geworden und hat sich ihre Beziehung für mich an den meisten Stellen auch nie über diese Anziehung hinausbewegt. So steckt ihre Verbindung zwar schon voller Emotionen, aber kamen diese nie so richtig stark bei mir an und ist vor allem das ständige Hin und Her mir irgendwann ziemlich auf die Nerven gegangen. Das Verhalten der beiden war in vielen Momenten einfach absolut kindisch und so gar nicht nachvollziehbar und waren auch die Übergänge zwischen Nähe und Distanz, diese On-Off-Beziehung für mich nicht greifbar und authentisch. An manchen Stellen konnte ich noch ein wenig mit ihnen mitfiebern, der richtige Funke ist aber leider nicht übergesprungen. Zudem gab es - was ich bei der Länge des Buches leider schon erwartet habe - auch echt viel unnötiges Drama, das oft auch voraussehbar und irgendwie konstruiert war. 

Die ganze Story hat dadurch leider auch ein paar Längen bekommen, da man oft schon wusste, worauf alles wieder hinauslaufen würde, und es für mich auch einige irrelevante Szenen gab, die die Geschichte nicht wirklich bereichert haben. Hier hatte ich einfach das Gefühl, dass versucht wurde, jede kleine Idee auch in die Story einzubringen, wo vielleicht weniger mehr gewesen wäre und das Buch auch mit einigen Seiten weniger noch gut gewesen wäre. Auch die Musik ist mir irgendwie ein wenig untergegangen, da sie zwar schon vorkam und auch im Mittelpunkt stand, aber sie und ihre Bedeutung für die Charaktere einfach nicht so greifbar waren. Doch hatte die Story auch viele schöne Momente, es kam immer wieder Spannung auf und gab es auch einige berührende Szenen, die der Geschichte Tiefe schenken konnten. Die Gespräche und humorvollen Momente haben mir auch immer gut gefallen und der Story eine Leichtigkeit geschenkt und bin ich meistens auch wirklich gut vorangekommen. Genauso war auch das Zusammenspiel der Charaktere untereinander echt toll und freue ich mich darauf sie wiederzusehen. 

Das Ende kam für mich echt überraschend, da ich lange Zeit dachte, dass der zweite Teil die Geschichte eines anderen Couple’s erzählen wird und Elizas und Finns Geschichte mit diesem Buch abgeschlossen ist. Auch wenn ich eine Entwicklung gegen Ende gar nicht gut fand, machen die letzten Seiten doch sehr neugierig auf den zweiten Band und hoffe ich, dass er mich noch ein wenig mehr überzeugen kann als Band eins und vielleicht das ganze Potenzial, das für mich auf jeden Fall vorhanden ist, ausschöpfen kann. 

 

Fazit: „Backstage in Seattle“ war auf jeden Fall eine schöne, unterhaltsame Geschichte, deren Potenzial für mich aber nicht ganz ausgeschöpft wurde. Den Schreibstil mochte ich super gerne genau wie die Protagonistin, doch war die Liebesgeschichte für mich nicht wirklich greifbar und das Verhalten der Charaktere teils echt kindisch und nicht nachvollziehbar. Die Story hatte einige Längen und viel unnötiges Drama, war insgesamt aber ganz schön und gut zu lesen und das Ende macht neugierig auf den zweiten Band, von dem ich mir nochmal ein wenig mehr erhoffe. 


Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar. 

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